Freitag, 8. Januar 2021

Kritik an der Akquise für Coachings

Vor zwei Tagen erhalte ich im Tag einen Anruf:

JJ: "Jakob."

Tel: "Guten Tag, hier ist XY, wen haben ich am Apparat? Ihr Name ist?"

JJ: "Jakob."

(... ich nehme an, sie hat eine Frau erwartet, wegen 'Jona')

Tel: "Ah, gut, guten Tag Herr Jakob. Ist das richtig, Sie sind Coach?"

JJ: "Ja."

Tel: "Wir sind ein Team von professionellen Vermarktern und könnten für Sie als Coach Kunden gewinnen."

JJ: "Das ist sehr aufmerksam, aber ich habe zur Zeit keinen Bedarf, da ich in einem Turnaround eines Unternehmens stecke, welches meiner verstorbenen Frau gehörte. Ich habe also für Coaching zur Zeit keine Situation und ich akquiriere keine Coachingkunden."

Tel: "Aber Sie sind doch Coach?"

Ende des Gesprächs, ich bin raus.

Bild: Es gab auf keine Weise ein Quelle für die Grafik - sie ist nicht unter meiner Leitung entstanden.

Die erste Regel eines jeden Gespräches ist:
- Wer ist dein Gesprächspartner? (Gesprächsvorbereitung)

Die zweite Regel jeden Marketings ist:
- Was sind die Bedürfnisse des (potentiellen) Kunden?

Die dritte Regel kenne ich aus meiner elterlichen Erziehung:
- Wenn du nicht sicher bist, schau nach (Lexikon, Duden, etc): Jona? Andrea?

Die vierte Regel entstammt der Kommunikation:
- Frage, bevor du redest. Höre also zu, bevor du redest.

Die fünfte Regel des menschlichen Miteinanders bzw. jeder Begegnung:
- Nimm niemals etwas an / meine nicht(s)

So viel zur Professionalität des Marketingteams einer mir Unbekannten, die mE weder etwas von mir wusste, noch mit mir im Kontakt stand (sondern nur schwatzte) und die das kleine 1x1 eines Verkaufsgesprächs mit mir vollends vertan hat.

Warum? Weil sie sich an ihren Gesprächsleitfaden klammerte, damit sie allenfalls nicht untergehen würde. Ihre Fokussierung war so eingetrichtert, dass sie darob jedes Element des Im-Kontakt-Seins außer Acht ließ und darob verlor. Zynisch könnte ich ergänzen: Gut, dass ich nicht weiß, wer angerufen hatte. Weder als Person noch als Marketingdienstleistungsunternehmen.

Dabei fängt der Kardinalfehler in der Prämisse da an, dass man Coachingkunden akquirieren sollte. Ich kann Kursteilnehmende oder Trainierende akquirieren - doch ein korrektes Coaching fängt eben genau da an, wo sich der (potentielle) Coachee selber auf den Weg macht, sich eine/einen Coach zu suchen. Bei diesem ersten Kick, Anstoß, Aufraffen, Auslösen, Beginnen, Selbstantrieb liegt schier 50% des Erfolges seiner Veränderung. Aber werbe ich den Zahlenden an, wird sie/er mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Verantwortung gleich beim Online-Warenkorb abgeben, da ja angelockt und eingekauft.

Jedem seine Facon. Doch für mich eher nicht. Auch nicht für andere Gespräche, die "so" laufen sollen. Fragen Sie mich sorgsam, dann werde ich differenziert Auskunft geben und Transparenz schaffen - dann können Sie sich ordnen und mich wirklich gewinnen.

Auf ein idealeres Miteinander.

Jona Jakob
zueri-frankfurt.com

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